Wirtschaftswissen fehlt an allen Ecken und Enden
IV OÖ-Präsident Pöttinger: Das Wissen über Wirtschaft und wirtschaftliche Zusammenhänge liegt im Argen – Gewinn ist positiv besetzt, fast die Hälfte der Österreicher kann aber den Begriff nicht erklären – Drei Viertel der Bevölkerung plädieren für höheres Wirtschaftswissen und wollen insbesondere von der AK fundierte Informationen – Wirtschaft muss Eingang in das Bildungssystem findenDie internationale Finanz- und Wirtschaftskrise war nicht nur in Bezug auf ihre Entstehung hoch komplex, sie zieht auch ebenso komplexe Folgewirkungen nach sich. Dem Verständnis über Wirtschaft und wirtschaftliche Zusammenhänge kommt damit große Bedeutung zu. Die IV OÖ nahm dies zum Anlass, um zu erheben, wie es um das Wirtschaftswissen von Herrn und Frau Österreicher aktuell bestellt ist. Die von der Spectra Marktforschungs GmbH durchgeführte repräsentative Studie lieferte teils erstaunliche, teils nachdenklich stimmende Ergebnisse. „Das Wirtschaftswissen der Bevölkerung ist erschreckend niedrig, auch den Politikern werden nur mangelnde Kenntnisse attestiert. Die Mehrheit denkt, der niedrige Wissensstand werde von den Parteien populistisch bzw. unfair ausgenutzt und möchte mehr über wirtschaftliche Zusammenhänge wissen", bringt Dipl.-Ing. Klaus Pöttinger, Präsident der Industriellenvereinigung Oberösterreich (IV OÖ) die Kernaussagen der Studie auf den Punkt.
Für den Geschäftsführer der IV OÖ, Dr. Joachim Haindl-Grutsch, ist es an sich schon erschreckend, wie gering das aktuelle Interesse der Bevölkerung an wirtschaftlichen Zusammenhängen ist. „Es ist mehr als bedenklich, dass sich gerade einmal ein Viertel der Bevölkerung für die Wirtschaft interessiert. Unser aller Wohlstand, unser Einkommen hängen davon ab", so Haindl-Grutsch. Wenig überraschend sei, dass das Interesse bei den Männern und den Älteren bzw. nach Berufsgruppen geordnet bei den Landwirten, den leitenden Angestellten, bei Beamten und Selbständigen tendenziell am stärksten ausgeprägt ist. Vor allem hinsichtlich der Altersgruppen sei anzusetzen, „weil es schließlich die Jugend ist, deren Zukunft vom wirtschaftlichen Geschehen abhängt", meint Haindl-Grutsch, der zumindest in einem Punkt Positives erkennen kann: „Immerhin drei Viertel plädieren dafür, dass der Wissensstand über Fragen der Wirtschaft ein höherer sein sollte. Das zeigt, dass den Menschen die generelle Bedeutung der Wirtschaft bewusst ist."
Schockierend niedriger Wissensstand
Wie gering das Wirtschaftswissen der Bevölkerung tatsächlich ist, findet der IV OÖ-Präsident geradewegs alarmierend: „Wenn 69 Prozent der Bevölkerung bzw. 82 Prozent der Maturanten und Akademiker angeben, den Begriff ‚Export' schlüssig erklären zu können, scheint das auf den ersten Blick recht positiv", sagt Haindl-Grutsch: „Es bedeutet aber auch, dass 18 Prozent unserer Bildungselite sich nicht dazu in der Lage sehen. Jeder fünfte Maturant oder Akademiker weiß also nicht, was man unter Export versteht und kann die Basis unseres Wohlstandes nicht erklären!"
Die ganze Presseaussendung sowie Grafiken finden Sie rechts im Anhang.


