science means future: Aktionsplan zur Profilstärkung und Markenbildung der JKU Linz
Industrie kämpft für eine starke JKU LinzDie Profilstärkung und zielgruppenorientierte Markenbildung der Johannes Kepler Universität Linz ist das zentrale Ziel eines Aktionsplanes, der in einem mehrmonatigen Prozess und unter Zusammenarbeit von JKU Linz und Industriellenvereinigung OÖ entstanden ist. „Wir sitzen in einem Boot" erklärt IV OÖ-Vizepräsident Dr. Wolfgang Eder den Beweggrund für diese wegweisende Kooperation: „Produktion braucht Forschung und Forschung braucht Produktion!"
Eine forschungsintensive und innovative Industrie braucht eine starke Universität zur Ausbildung exzellenter Mitarbeiter und zur erfolgreichen Abwicklung von F&E-Projekten. Die Johannes Kepler Universität Linz (JKU) spielt daher eine zentrale Rolle zur Erhaltung und zum Ausbau der Wettbewerbsfähigkeit der oberösterreichischen Industrie. Gleichzeitig steht die JKU im Wettbewerb der Hochschulen um die besten Köpfe für Forschung, Lehre und Studium, bei dem Imagebildung, Profilierung und Positionierung eine immer größere Rolle spielen. „Um in diesem nationalen und internationalen Wettbewerb bestehen zu können, wollen wir gemeinsam die JKU sowohl gegenüber den Studierenden und der Scientific Community, als auch den Betrieben und generell der Öffentlichkeit gegenüber eigenständig und noch attraktiver positionieren", konkretisiert Dr. Wolfgang Eder, Vorstandsvorsitzender der voestalpine AG und Vizepräsident der Industriellenvereinigung Oberösterreich (IV OÖ).
Österreichweit Einzigartige Kooperation
Gerade als junge Universität weise die JKU seit ihrem Start im Jahr 1966 historische Nachteile gegenüber alten, profilierten Universitäten auf, unter anderem die deutliche Benachteiligung bei den Zuweisungen aus dem Forschungsbudget des Bundes. Die Jugendlichkeit der Institution biete aber auch Vorteile, wie Eder meint: „Die JKU kann flexibler, offener und dynamischer als manche andere Universität agieren, was sich auch in dem nun vorliegenden Aktionsplan zur Profilstärkung und zielgruppenorientierten Markenbildung äußert." Darin wurden in einem zwölf Monate dauernden Prozess unter enger Zusammenarbeit von JKU und IV OÖ sowie unter Beiziehung von mehr als 20 Experten die Alleinstellungsmerkmale der JKU identifiziert, 16 zielgruppenspezifische Aktionsfelder und 35 Maßnahmen erarbeitet. „Es ist österreichweit einzigartig, dass eine Universität so ein Projekt in Kooperation mit der Industrie in Angriff nimmt. Darin liegt die wahre Qualität des Industrielandes Oberösterreich", erklärt Eder.
Die enge Verflechtung äußere sich auch bei der hohen Drittmittelrate, welche die JKU durch ihre Zusammenarbeit mit Industrie und Wirtschaft erarbeite, sowie in ihrer Weiterentwicklung bzw. dem Ausbau und der Schaffung neuer Institute und Studienrichtungen wie z.B. dem Erfolgsmodell Mechatronik, das von der JKU als erste Universität gemeinsam mit der Industrie entwickelt und umgesetzt wurde. Der nun vorliegende Aktionsplan sei laut Eder ein weiterer großer Schritt nach vorne „und der Start in eine neue Ära der Zusammenarbeit mit dem Ziel, gemeinsam noch stärker zu werden. Denn Produktion braucht Forschung und Forschung braucht Produktion." Diese Wechselwirkung schaffe eine Win-win-Situation, von der beide Seiten profitieren: „Deshalb danke ich Rektor Hagelauer im Namen der OÖ. Industrie für die Zusammenarbeit, die in ihrer Qualität durch den Rektor an vorderster Front ermöglicht wurde."
Ansatzpunkte des Aktionsplanes
Aus Sicht der OÖ. Industrie ergibt sich durch den zunehmenden Wettbewerb der Universitäten eine Reihe von Ansatzpunkten, die dem Aktionsplanung zur Profilstärkung und Markenbildung zu Grunde gelegt wurden. Demnach muss es gelingen,
- mehr Oberösterreicher für ein Studium an der JKU zu begeistern und den Brain Drain zu reduzieren (mit einem Abfluss von 70 % aller Studierende verfügt Oberösterreich bundesweit über den höchsten Wert, jedoch kaum über einen Zufluss von Studierende aus anderen Bundesländern),
- einen Brain Gain an die JKU zu erzeugen (vor allem einen Zufluss von Studierende aus den angrenzenden Bundesländern sowie aus Bayern und Tschechien),
- auch internationale Top-Talents anzusprechen (insbesondere in einzelnen oö. Stärkefeldern),
- die Internationalisierung der JKU voranzutreiben (durch Studierendenaustausch, Leuchtturmprofessuren und strategische Allianzen mit anderen Spitzenunis),
- insbesondere im TNF-Bereich stark zu wachsen,
- die Kooperation zwischen JKU und Industrie weiter zu stärken
- und nicht zuletzt über die JKU Linz als Universitätsstadt generell stärker zu positionieren.
„Vor allem die Technisch-Naturwissenschaftliche Fakultät der JKU ist noch viel zu klein", erklärt dazu IV OÖ-Vizepräsident Eder: „Gerade dort hat die Industrie den höchsten Bedarf, das Industrieland Oberösterreich stößt hier an ein echtes Limit!" Mit ein Grund dafür dürfte es sein, dass die JKU in erster Linie als Wirtschaftsuni bekannt ist. „Es muss noch viel stärker bekannt werden, dass die TNF international hochwertige Ausbildungen anbietet und dabei über den Vorteil einer wesentlich individuelleren Betreuung durch ein besseres Betreuungsverhältnis von Professor zu Studierenden verfügt", so Eder. Gerade im technischen Bereich sei die JKU Linz ein zentraler Forschungspartner für die OÖ. Industrie, vom angestrebten Ausbau dieser Kooperationen würden wiederum beide Seiten profitieren.
Die JKU Linz verfüge über vier potenzielle Alleinstellungsmerkmale, die gezielt entwickelt werden sollten: die effizienzorientierte Campus-Lage verbunden mit einer starken Interdisziplinarität der drei Fakultäten Technik, Wirtschaft und Recht, die hohe Praxisnähe und die starke, gleichzeitig aber auch flexible Orientierung an Zukunftsthemen. „Die Zukunftsorientierung, das Arbeiten an der Zukunft steht im Mittelpunkt unserer Industriebetriebe, mit der JKU haben wir hier einen kongenialen Partner", betont Eder: „Mit der Verflechtung zwischen Universität und Industrie befinden wir uns am richtigen Weg, den wir weiter intensivieren wollen."
Unterstützung von Stadt und Land
„Dieser Weg, die JKU national und international stärker zu profilieren, wird von der Universität und der Industrie gemeinsam finanziert", erklärt Eder: „Allerdings werden wir dabei auch die Unterstützung des Landes Oberösterreich und der Stadt Linz benötigen." Denn letztlich profitierten davon auch die öffentlichen Haushalte. „Mehr Studenten und Forscher an der Universität bedeuten auch mehr Steuereinnahmen - der Aktionsplan bringt kluge Köpfe an die Uni, die später hier arbeiten und eine Familie gründen. Sie schaffen damit Wertschöpfung und gestalten die Zukunft von Oberösterreich mit. Und das ist auch im Sinne der Stadt Linz sowie des Landes Oberösterreich", erklärt Eder. „Man kann nicht oft genug betonen, dass das F&E-Budget des Landes OÖ im Bundesländervergleich deutlich zu gering ist. Mit 17,8 Euro pro Kopf liegt Oberösterreich knapp vor Salzburg (17,6 Euro) und vor dem Schlusslicht Burgenland (8,3 Euro) nur an drittletzter Stelle. Vor uns liegen Wien mit 51,3 Euro, die Steiermark (44,9 Euro), Tirol (41,3 Euro), Kärnten (37 Euro), Vorarlberg (34,7 Euro) und Niederösterreich (20,6 Euro). Das muss so rasch wie möglich geändert werden", fordert IV OÖ-Vizepräsident Dr. Wolfgang Eder abschließend.
Die gesamte Presseunterlage finden Sie hier (PDF 591KB).
Weitere Fotos sind unter folgendem Link zu finden: http://www.kruegl.at/bilder/iv/pk_031011/aufbereitet/


