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07.07.2011

Schulschluss – jetzt muss der Landesschulrat zu arbeiten beginnen

Neue PISA-Ergebnisse zeigen erneut den Reformbedarf im österreichischen Schulsystem auf – Reaktionen des Landesschulrates lassen weiter auf sich warten – einzelne gute Einzelleistungen sind zu wenig

Am 8. Juli starten für die Schülerinnen und Schüler in Oberösterreich mit der Zeugnisverteilung die Sommerferien. Anlass genug für die Industriellenvereinigung Oberösterreich (IV OÖ), um ein Resümee über die schulpolitischen Aktivitäten in Oberösterreich zu ziehen.

 

7 Monate sind seit der Veröffentlichung der PISA-Ergebnisse vergangen. Österreich landete auf Platz 31 von 34 OECD-Staaten. Was in jeder im Wettbewerb stehenden, veränderungsbereiten Organisation selbstverständlich wäre, blieb im oö. Landesschulrat aus. Es gab bis dato keinerlei Konsequenzen und Sofortmaßnahmen zu den desaströsen Ergebnissen der PISA-Studie. „Während sich die Welt immer dynamischer entwickelt, scheint es, als ob über den oö. Landesschulrat eine Käseglocke gestülpt wäre. Ein

Durchlüften wäre dringend notwendig", sieht IV OÖ-Präsident Klaus Pöttinger die Gefahr des Kontaktverlustes der Schule mit einer sich rasch verändernden Gesellschaft. Selbst auf konkrete briefliche Anfrage der IV OÖ kam vom Landesschulrat ein inhaltsloser, nichtssagender Antwortbrief zurück.

 

Ein weiteres deutliches Warnsignal bekam das österreichische Schulsystem mit den kürzlich veröffentlichten PISA-Ergebnissen zum Lesen elektronischer Medien. Demnach landet Österreich unter 16 Teilnehmerstaaten auf Platz 15. Hinter Österreich rangiert nur noch Chile. „Uns wäre es wesentlich lieber, stolz auf das österreichische Schulsystem im internationalen Vergleich sein zu können. Leider machen die Platzierungen Österreichs in den Rankings das Gegenteil notwendig", so Pöttinger.

 

Gute Einzelleistungen sind zu wenig

Zum Tag der Zeugnisverteilung ist der IV OÖ wichtig festzuhalten, dass viele Teilbereiche im Schulsystem erfolgreich funktionieren. Es gibt besonders engagierte Lehrerinnen und Lehrer, einige sehr initiative Schulen und insbesondere ist der HTL-Sektor in OÖ besonders für seine Qualität hervorzuheben. Zu erwähnen sind auch einige sehr gut funktionierende Kooperationen von Schulen mit Industriebetrieben in der Region. Auch die Initiative „Schule Innovativ" von Landesrätin Doris Hummer ist ein wirkungsvolles Beispiel für eine positive

Weiterentwicklung von einzelnen Schulen. Einzelne gute Leistungen im Schulsystem werden aber nicht reichen, um den Wohlstand in Österreich in der Zukunft zu erhalten und auszubauen. „Die Noten, die das österreichische Schulsystem durch die PISA-Studien erhält, sind beschämend und für die zukünftige Entwicklung des Landes besorgniserregend.

 

Ohne Veränderungen wird es mit dem bestehenden Schulsystem nicht gelingen, Erfolge der Vergangenheit zu wiederholen. Es muss rasch gelingen, den Rückfall des österreichischen Bildungssystems im internationalen Vergleich „Wir geben die Hoffnung nicht auf, dass in der Ferienzeit vom Landesschulrat Maßnahmen als Reaktion auf PISA erarbeitet und umgesetzt werden", sagt IV OÖ-Präsident Pöttinger

abschließend.


Fotos
IV OÖ-Präsident DI Klaus Pöttinger
IV OÖ-Präsident DI Klaus Pöttinger