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[ 14.07.2010 ]

Konjunkturumfrage der IV OÖ über das 2. Quartal 2010:

Neue Aufträge, neuer Optimismus für Oberösterreichs Industrie: IV OÖ-GF Haindl-Grutsch: Konjunkturerholung schreitet rascher voran als erwartet – Geschäftslage, Aufträge und Auslastung haben spürbar zugelegt – Oberösterreichs exportstarke industrielle Stärkefelder sind die Hauptmotoren der an Fahrt gewinnenden Erholung

Nach der konjunkturellen Vollbremsung im vergangenen Jahr scheint sich die oberösterreichische Industrie nun schneller zu erholen als erwartet: Bei der jüngsten Konjunkturumfrage der Industriellenvereinigung Oberösterreich (IV OÖ) über das 2. Quartal 2010, an der 115 Firmen mit insgesamt 84.300 Beschäftigten teilnahmen, präsentierten sich erstmals seit Ausbruch der internationalen Finanz- und Wirtschaftskrise wieder alle Umfragewerte im positiven Bereich. Sowohl die Beurteilung der aktuellen Geschäftslage als auch die Auftragsbestände und Auslandsaufträge sowie die Auslastung der Produktionskapazitäten haben sich im Laufe des letzten Quartals spürbar gesteigert. „Die Erholung ist in vollem Gange und gewinnt schneller an Fahrt als noch vor wenigen Monaten zu erwarten war", kommentiert IV OÖ-Geschäftsführer Dr. Joachim Haindl-Grutsch die neuesten Umfrageergebnisse. Euphorie möchte er allerdings noch nicht aufkommen lassen: „Die Geschäftslage hat sich zuletzt deutlich verbessert, von den Werten der Hochkonjunktur in den Jahren 2005 bis 2008 sind wir aber immer noch weit entfernt", so Haindl-Grutsch.

Neben der generellen Verbesserung der Umfragewerte ist vor allem die Rückkehr der Zuversicht ein wichtiger und positiver Faktor. Gewichtet nach den Mitarbeiterzahlen glauben 37 Prozent der Betriebe, dass sich die Geschäftslage in den nächsten 6 Monaten noch weiter verbessern wird, nur mehr 3 Prozent fürchten eine Verschlechterung. „Die Unternehmen gehen davon aus, dass das Jahr 2010 wirtschaftlich stabil zu Ende gehen wird", sagt der IV OÖ-Geschäftsführer. Daraus resultiere auch die steigende Tendenz bei der Industriebeschäftigung: „Die Erholung wird sich auch auf den Arbeitsmarkt auswirken, aus Sicht der Industrie wird die Arbeitslosigkeit in Oberösterreich weiter sinken", meint Haindl-Grutsch.

Die Umfrageergebnisse im Detail

 

Rückblickend auf das 2. Quartal 2010 beurteilten bereits 35 Prozent der Betriebe die Geschäftslage mit „gut" und nur mehr 9 Prozent mit „schlecht" - der Saldo aus Positiv- und Negativmeldungen steigerte sich somit von +7 auf +26 Prozent. Bei den Auftragsbeständen und Auslandsaufträgen legten die Salden sogar von +22 auf +49 Prozent bzw. von +21 auf +44 Prozent zu. Ähnlich verhält es sich mit der Auslastung der Produktionskapazität und der Produktionstätigkeit in den nächsten 3 Monaten. Beide Male meldeten - wiederum gewichtet nach Mitarbeiterzahlen -mehr als die Hälfte der Betriebe (54 % bzw. 56 %) eine steigende Tendenz. Bei beiden Umfrage-Items gehen nur mehr 5 Prozent von Rückgängen innerhalb des nächsten Quartals aus. Immerhin 28 Prozent der Betriebe planen eine Aufstockung des Beschäftigtenstandes, lediglich 2 Prozent gaben an, den Mitarbeiterstand reduzieren zu wollen.

 

Exportstarke industrielle Stärkefelder als Konjunkturmotoren

Schon bei einer vor 2 Wochen durchgeführten Blitzumfrage unter 88 Industriebetrieben zeigte sich, dass der Optimismus vielfach in die Märkte zurückgekehrt und eine kräftige Erholung im Gange ist. Die Kurzfristigkeit der Bestellentscheidungen der Kunden verbunden mit stark gestiegener Nachfrage führt jedoch zu Problemen bei der Lieferfähigkeit der Sublieferanten und zu Verknappungen auf der Rohstoffseite verbunden mit entsprechenden Preiserhöhungen. Sehr differenziert sind die Auswirkungen infolge der Euro-Abwertung: Für 46 Prozent der Betriebe hat die aktuelle Euro-Schwäche positive Auswirkungen, 36 Prozent sehen keine und 18 Prozent negative Auswirkungen. Positiv ist die verbesserte Konkurrenzfähigkeit im Export auf US-Dollar-Märkten in Amerika, Asien und Afrika. Gleichzeitig kommt es zu geringeren Importen aus diesen Räumen nach Europa. Die Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Industrie wird deutlich verbessert. Negative Effekte gibt es in der Beschaffung und insbesondere bei den Rohstoffpreisen auf US-Dollar-Basis. Für Betriebe mit Hauptmarkt im Euro- und Rohstoffeinkäufen im US-Dollar-Raum nimmt der Margendruck deutlich zu. Viele Betriebe haben beide Effekte: Vorteile im Export und Nachteile beim Zukauf.

 

„Die Nachfrage aus Asien und Amerika und damit das Wirtschaftswachstum in diesen Regionen ist wieder überdurchschnittlich stark. Die damit verbundene Konjunkturbelebung in Oberösterreich wird hauptsächlich von unseren exportstarken industriellen Stärkefeldern der Stahl-, Automotiv-, Chemie- sowie der Maschinen- und Metallwarenindustrie getragen", erklärt Haindl-Grutsch. Daraus ersehe man, wie wichtig diese Stärkefelder für das Land sind; sie führen die vorrangig exportgetriebene Erholung an und bieten sowohl für Wirtschaftswachstum als auch Beschäftigung und damit für den Wohlstand im Land den entscheidenden Hebel. „Somit gilt es, diese industriellen Stärkefelder weiter zu forcieren", so Haindl-Grutsch: „Unser ceterum censeo lautet daher: Die mit Abstand positivsten Effekte für das Industrieland Oberösterreich sind durch die Erhöhung der Forschungsmittel und durch den Ausbau der Technisch-Naturwissenschaftlichen Fakultät an der Johannes Kepler Universität Linz sowie der Einrichtung zusätzlicher technischer FH-Studiengänge zu erzielen. Hier besteht der größte Nachholbedarf!"

 

Linz, 08. Juli 2010

 

Pressekontakt:

Industriellenvereinigung Oberösterreich / Tel. (0732) 78 19 76-0

Dipl.-Ing. Dr. Joachim Haindl-Grutsch / j.grutsch@iv-net.at



IV OÖ-GF DI Dr. Joachim Haindl-Grutsch
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