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[ 07.06.2010 ]
Forschungsland OberösterreichProduktion braucht Forschung, Forschung braucht Produktion. Erst das Zusammenwirken beider Bereiche sichert das Überleben eines Industriestandortes.Denn der Verlust eines Bereiches würde unweigerlich die Abwanderung des zweiten Parts nach sich ziehen. Nun war schon bisher klar, dass in Oberösterreich diesbezüglich ein deutliches Ungleichgewicht herrscht. Selbst die überdurchschnittlichen F&E-Ausgaben der Unternehmen können die viel zu niedrigen Forschungsausgaben des öffentlichen Sektors nicht annähernd ausgleichen. Als Hauptgrund hierfür wurde bislang die aus der mangelhaften Uni-Infrastruktur resultierende Benachteiligung Oberösterreichs bei der Zuteilung der F&E-Bundesgelder gesehen: Obwohl Oberösterreich etwa ein Viertel zur gesamtösterreichischen Industrieproduktion beiträgt, erhielt es laut den neuesten Daten der Statistik Austria im Jahr 2007 lediglich 6,6 % aus dem F&E-Finanztopf des Bundes. 49,7 % blieben in Wien, immerhin 19,3 % - und damit rund 200 Mio. € mehr als Oberösterreich - erhielt die Steiermark. Nun zeigt eine von der IV OÖ in Auftrag gegebene Analyse, dass neben dem Bund auch das Land Oberösterreich im Forschungsbereich Aufholbedarf hat. Seit dem Jahr 2002 hat sich das F&E-Budget zwar mehr als verdoppelt, gemäß der für die Ermittlung der F&E-Quote zur Anwendung kommenden Frascati-Definition kamen 2007 aber nur 28 Mio. € als „echte" F&E-Ausgaben der Forschung zugute. Die Pro-Kopf-Ausgaben für Forschung und Entwicklung des Landes liegen in Oberösterreich bei mageren 20 € pro Einwohner, in der Steiermark immerhin bei 54,10 €. Selbst die Länder Tirol, Vorarlberg und Kärnten stellen pro Einwohner deutlich mehr für F&E zur Verfügung als das Industrieland Oberösterreich, das im Bundesländervergleich lediglich den sechsten Rang belegt. Um das definierte Ziel einer F&E-Quote von 4 % bis 2015 tatsächlich erreichen zu können, wird neben dem Bund auch das Land Oberösterreich seine Anstrengungen deutlich verstärken müssen. Einerseits muss es sein Forschungsbudget aufstocken und andererseits einen wesentlich größeren Teil davon für „echte" F&E-Ausgaben verwenden. Gleichzeitig muss die Forschungsinfrastruktur in unserem Bundesland ausgebaut werden, weil nur so die Chance besteht, mehr Bundesgelder zu lukrieren. Ohne dieses Zusammenspiel von Land und Bund wird es jedenfalls schwierig, das angepeilte Ziel einer F&E-Quote von 4 % bis 2015 tatsächlich zu erreichen. |
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