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[ 01.06.2010 ]

Achse Oberösterreich – Steiermark: gemeinsame Positionierung in den Bereichen Forschung, Bildung und Infrastruktur

Verstärkende Ergänzung statt schwächende Konkurrenzierung als Ziel.

Zu einer verstärkten Kooperation zwischen der Steiermark und Oberösterreich bei Bildung,

Forschung und Infrastruktur riefen am Dienstag die Forschungslandesrätinnen der beiden

Bundesländer, Kristina Edlinger-Ploder und Doris Hummer, sowie die IV-Präsidenten

Jochen Pildner-Steinburg und Klaus Pöttinger auf. Hintergrund ist ein von den IV-Landesorganisationen

gemeinsam entwickeltes Positionspapier „zur Frage der Kapazitätserweiterung

der universitären Strukturen in Österreich".

 

Oberösterreich und Steiermark sind die beiden stärksten Industriebundesländer: Gemeinsam

decken sie 41 Prozent der Sachgütererzeugung und ein Drittel des gesamten

servoindustriellen Sektors (also der Produktion inkl. der industrienahen Dienstleistungen)

sowohl bei Wertschöpfung als auch bei den Beschäftigten ganz Österreichs ab. 642.000

Beschäftigte sind dem servoindustriellen Sektor der beiden Bundesländer zuzuordnen -

die Bruttowertschöpfung liegt bei 46 Milliarden Euro.

 

„Diese gemeinsame Basis führt zu drei zukunftskritischen Feldern: Es geht erstens um

Kooperation, Synergie und enge Abstimmung statt kostspieliger und Ressourcen verschlingender

Konkurrenzierung bei der Forschungs- und Universitätslandschaft, zweitens

um die verbindende Infrastruktur und die Zugänge zu ganz wichtigen Räumen wie dem

Donau-Raum oder den Zugang zu den nordadriatischen Häfen so wie drittens um eine

Vorreiterrolle bei einer modernen Bildungslandschaft", so der Präsident der steirischen IV,

Pildner-Steinburg.

 

Sein oberösterreichischer Kollege, Klaus Pöttinger, nannte die Frage der Weiterentwicklung

der Qualität der Universitäten und der Kooperation von Industrie und Wissenschaft als

zentrale Herausforderung: Die Frage der Investitionen in Universitäten und außeruniversitäre

Forschungsbereiche im Sektor Kunststoffe habe gezeigt, „dass der Grat zwischen

gesundem Wettbewerb und unerwünschter Konkurrenzierung und möglichen kostspieligen

Doppelstrukturen sehr schmal ist." Angesichts der beschränkten Mittel der öffentlichen

Hand und der durch die Wirtschaftskrise belasteten Kapitalausstattung der Unternehmen

sei „effizienter und effektiver Mitteleinsatz daher ein Gebot der Stunde". Für die Steiermark

und Oberösterreich sei es wesentlich, bei den gemeinsamen, von Industrie und Universitäten

bearbeiteten Stärkefeldern auch international in eine kritische Größe mit Top-Qualität

zu gelangen.

 

Zu mehr Zusammenarbeit - ganz konkret zwischen den Universitäten von Linz und Leoben

im Kunststoff-Bereich - rief die steirische Forschungslandesrätin Kristina Edlinger-Ploder

auf: „Wer in Wissenschaft und Forschung im globalen Wettbewerb bestehen will, braucht

strategische Netzwerke und vitale Kooperationen. Stärkefelder von internationalem Format

können nur in einigen wenigen Disziplinen entstehen, die konzentriert gefördert werden

müssen. Der Bereich Kunststofftechnik hat alle Chancen zu einem internationalen Leuchtturmprojekt

zu werden, wenn es gelingt, die Achse Leoben-Linz durch Kooperation zu

stärken, statt durch Konfrontation zu schwächen."

 

Ähnlich argumentierte auch ihre oberösterreichische Kollegin Doris Hummer. Sie verwies

auf eine Wifo-Studie, wonach forschende Unternehmen im Vergleich zum Durchschnitt ein

deutlich höheres Beschäftigungswachstum aufweisen: „Die Förderung von Kooperationen,

auch bundesländerübergreifenden, schafft eine Win-Win-Situation, aus der Unternehmen

und Forschungseinrichtungen, speziell Universitäten, unmittelbaren Nutzen ziehen."

 

Für Rückfragen:

DI Dr. Joachim Haindl-Grutsch

(0732) 78 19 76-0, j.grutsch@iv-net.at

 



IV OÖ-Präsident DI Klaus Pöttinger
IV OÖ-Präsident DI Klaus Pöttinger




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