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[ 31.03.2010 ]

Graue Gefahr?

Wirtschaft & Ethik: Das diesjährige Aschermittwochgespräch verdeutlichte die zwingende Notwendigkeit einer Pensionsreform. Prof. Bernd Marin unterstrich dies mit beunruhigenden Zahlen.

Beim 8. Aschermittwochgespräch mit der Allgemeinen Sparkasse OÖ zum Thema Pensionen wies die IV OÖ auf die massiven Probleme des österreichischen Pensionssystems hin. Schon bis 2025 werden die Gesamtaufwendungen für Pensionen von derzeit rund 10,2 % des BIP auf 11,3 % steigen und der Bundesbeitrag wird von aktuell 6,5 Mrd. € pro Jahr auf rund 11,3 Mrd. € anwachsen. Dringlichste Maßnahme sei es daher laut IV-OÖ-Geschäftsführer Dr. Joachim Haindl-Grutsch, das faktische an das gesetzliche Pensionsalter heranzuführen: „Derzeit beträgt das tatsächliche Pensionsalter in Österreich durchschnittlich 58,1 Jahre. Eine Anhebung auf den OECD-Schnitt um rund 4,5 Jahre würde nach Vollumsetzung ein Einsparungspotenzial von über 5 Mrd. € bedeuten", so Haindl-Grutsch. Ebenso sei die Invaliditätspension zu reformieren und ein zügiges Auslaufen der „Hacklerregelung" sicherzustellen: „Gleichzeitig müssen die Menschen länger gesund und arbeitsfähig gehalten werden."

Zwei Alternativen - Pensionsexperte Prof. Bernd Marin schlug in die gleiche Kerbe und erklärte, Österreich leiste sich im OECD-Vergleich die höchsten Pensionen mit dem niedrigsten Pensionsantrittsalter und dem niedrigsten Beitragsdeckungsgrad. „Somit gibt es nur zwei Alternativen", weiß Marin: „Hohe Pensionen bei hohem Pensionsantrittsalter oder ein früherer Pensionsantritt bei entsprechend niedrigen Pensionen." Derzeit gehe jeder zweite Mann in Invaliditätspension. Das Argument, Frühpensionierungen seien aufgrund der Alterserwerbslosigkeit notwendig, bezeichnete er als „Sozialkitsch": „Derzeit werden Arbeitnehmer mit hohen Kosten frühpensioniert, anstelle sie mit hohen Bonifikationen zum Weiterarbeiten zu bewegen. Unser Pensionssystem funktioniert nach dem Motto ,Take the money and run!‘ Dass das nicht funktionieren kann, ist leicht verständlich."

IV OÖ-GF DI Dr. Joachim Haindl-Grutsch
IV OÖ-GF DI Dr. Joachim Haindl-Grutsch




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