STARTSEITE » MEDIEN » IV News » Gemischte Stimmung

 
 

Navigation






IV Oberösterreich

Eisenhandstraße 15
4020 Linz

T. +43 732 78 19 76-0
F. +43 732 78 19 76-28
E. iv.oberoesterreich@iv-net.at


A | A | A
Impressum Sitemap
[ 29.01.2010 ]

Gemischte Stimmung

JAHRESAUSBLICK - Die Folgen der Wirtschaftskrise werden die oö. Industrie auch im Jahr 2010 beschäftigen. Jetzt sei es Zeit, echte Reformen anzugehen und eine Exzellenzstrategie für den Standort zu verfolgen, meinte IV-OÖ-Präsident Pöttinger beim Jahresauftaktgespräch vor der versammelten Presse.

Das für die OÖ. Industrie wirtschaftlich schwierigste Jahr der 2. Republik ist zu Ende. Auch wenn viele Anzeichen dafür sprechen, dass der Tiefpunkt im 2. Quartal 2009 durchschritten wurde, werden die Wirtschaftskrise und die Aufarbeitung ihrer Folgen 2010 für viele Unternehmen zentrales Thema bleiben. Dementsprechend gemischt präsentiert sich die Stimmung in der Industrie. Laut einer aktuell durchgeführten IV-OÖ-Umfrage zeichnet sich für rund 45 % der insgesamt 74 rückmeldenden Betriebe eine Fortsetzung der leichten Erholung ihrer Geschäftslage im Jahr 2010 ab. Von den Umsatzzahlen des Jahres 2007 sind sie jedoch noch deutlich entfernt. Vor allem bleibt die Unsicherheit über die Auftragslage bestehen. Gleichzeitig gehen rund 20 % der Betriebe von einer gleich bleibend guten Geschäf tslage mit weiterem Wachstum aus, für etwa ein Viertel der Betriebe bleiben die Erwartungen unverändert auf niedrigem Niveau. Rund 10 % sehen für 2010 sogar eine negative Entwicklung der Geschäftslage.

 

Viele Risikofaktoren

Vor allem die breite Palette an Risikofaktoren macht langfristige Prognosen schwierig. Einerseits besteht Sorge über die Nachhaltigkeit des Aufschwunges, andererseits könnten sich die Entwicklung der Finanzmärkte und neue Problemfälle im Bereich des Bankensektors, die Schwäche des US-Dollars sowie Risikofaktoren im Kundenbereich sowie auf Unternehmensseite negativ auswirken. Dennoch sind aus heutiger Sicht kaum oder nur moderate Kapazitätsanpassungen notwendig. In fast zwei Dritteln der Betriebe wurden die Weichen bereits 2009 gestellt, 10 % der Betriebe planen wieder Mitarbeiteraufstockungen. Für etwa ein Viertel der Unternehmen sind weitere Mitarbeiterreduzierungen um bis zu 10 % erforderlich. „Wir erwarten für das Jahr 2010 einen BIP-Zuwachs von bis zu 1,5 %, der von den sich erholenden Exporten getragen wird", erklärte IV-OÖ-Präsident DI Klaus Pöttinger beim Jahresauftakt-Pressegespräch der oö. Industrie. Aufgrund des Auslaufens zahlreicher Einmaleffekte durch Konjunkturpakete, Verschrottungsprämie und die Steuerreform werde sich zeigen, ob es sich um eine selbsttragende Konjunkturerholung handelt.

 

Volkswirtschaftliches Bildungsprogramm

„Die internationale Wirtschaftskrise hat Oberösterreich stark getroffen", resümiert Pöttinger: „Gleichzeitig hat sie als volkswirtschaftliches Bildungsprogramm gewirkt. Breiten Teilen der Bevölkerung ist klar geworgeworden, dass der Wohlstand untrennbar mit der Industrie verbunden ist." Umso erfreulicher sei, dass das Image der oö. Industrie trotz der internationalen Krise zuletzt gestiegen ist. Laut einer von der IV OÖ in Auftrag gegebenen Spectra-Umfrage hat der Arbeitsplatz „Industrie" im Zuge der Wirtschaftskrise eine vermehrte Wertschätzung erfahren. Meinungen wie „Die Industrie ist besonders fortschritts- und zukunftsorientiert", „bietet gute Aufstiegschancen" oder „hat interessante Arbeitsplätze" haben innerhalb eines Jahres um 5 Prozentpunkte zugelegt.

 

Attraktiver Arbeitgeber

Im Gleichklang mit dieser Entwicklung verstärkt sich der Eindruck, dass die Industrie ein attraktiver Arbeitsplatz für junge Leute ist. Überdies meinen die Oberösterreicher heuer signifikant häufiger, dass in der Industrie mitarbeiterfreundliche Arbeitsplätze gegeben sind. Die oö. Industrie ist sich der mit ihrem Image verbundenen Verantwortung bewusst und sichert nicht nur Wohlstand und Arbeitsplätze, sondern übernimmt auch gesellschaftspolitische Verantwortung. Das beweisen die vielen Projekte aus dem Bereich Corporate Social Responsibility, die zuletzt in den Betrieben durchgeführt wurden. Dieses Thema wird jedenfalls auch im Jahr 2010 einen Schwerpunkt der Arbeit der IV OÖ darstellen.

Wirtschaftspolitische Maßnahmen

Um die Auswirkungen der Krise in den Griff zu bekommen, bedarf es auch auf Seiten der Landesregierung intensiver Arbeit. „Die Probleme der Industrie führten mit zeitlicher Verzögerung zu massiven Einbrüchen der Einnahmenseite im Landesbudget und bei den Gemeinden. Die budgetären Probleme gilt es wieder in den Griff zu bekommen", so Pöttinger: „Somit ist jetzt der optimale Zeitpunkt, um die ,heißen Eisen‘ in den Bereichen Landesbudget, Verwaltungsbudget und Gesundheitsreform anzugreifen. Insbesondere im Gesundheitsbereich sind wir von Effizienzsteigerungsmöglichkeiten ohne Verschlechterungen bei der Qualität überzeugt." Oberstes Ziel der IV OÖ ist und bleibt es, Oberösterreich an die industriellen Spitzenregionen in Europa heranzuführen. Die bereits vorgestellte „Exzellenzstrategie für Oberösterreich 2009- 2015" bildet die Handlungsleitlinie. Besonders die Internationalisierung des oberösterreichischen Zentralraumes sieht Pöttinger als dringlichste Aufgabe. „Hierfür ist mehr Offenheit mit all den Begleitmaßnahmen wie ein durchgängiges, internationales Schulsystem, Fremdsprachenkompetenz, die Mobilität unserer Schüler und Studenten oder Unterstützung für unsere Expatriates erforderlich", erklärt Pöttinger: „Dazu brauchen wir eine Kooperation der politischen Entscheidungsträger im oberösterreichischen Zentralraum."



IV OÖ-Präsident DI Klaus Pöttinger
IV OÖ-Präsident DI Klaus Pöttinger

IV OÖ-Präsident Klaus Pöttinger (r.) und Industriespartenobmann Anton Helbich-Poschacher vor versammelter Presse 



BundBurgenlandKärntenNiederösterreichOberösterreichSalzburgSteiermarkTirolVorarlbergWienJunge Industrie