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[ 29.01.2010 ]

Konjunkturumfrage der IV OÖ über das 4. Quartal 2009: Weitere Stabilisierung der OÖ. Industriekonjunktur

IV OÖ-GF Haindl-Grutsch: Geschäftslage in der OÖ. Industrie hat sich zuletzt weiter stabilsiert – Vielzahl an Risikofaktoren prägt die Erwartungen der Betriebe für 2010 – keine Entwarnung für den Arbeitsmarkt

Die Ergebnisse der jüngsten Konjunkturumfrage der Industriellenvereinigung Oberösterreich (IV OÖ) über das 4. Quartal 2009, an der 112 Firmen mit insgesamt 77.838 Beschäftigten teilnahmen, bringen zwei grundlegende Trends zum Vorschein: einerseits hat sich die Geschäftslage der meisten Unternehmen weiter stabilisiert, andererseits nimmt die Unsicherheit in den Betrieben wieder zu. Sowohl die Auslastung der Produktionskapazitäten als auch die Entwicklung der Verkaufspreise und damit auch der Ertragssituation werden für die nächsten sechs Monate wieder vorsichtiger bewertet. Die diesbezüglichen Salden aus Positiv- und Negativmeldungen sind zuletzt neuerlich klar ins Minus abgeglitten.

 

„Die Industriebetriebe sehen sich mit einer breiten Palette an Risikofaktoren konfrontiert", interpretiert IV OÖ-Geschäftsführer Dr. Joachim Haindl-Grutsch das Umfrageergebnis: „Einerseits besteht Sorge über die Nachhaltigkeit des Aufschwunges, andererseits könnten sich auch die Entwicklung der Finanzmärkte, neue Problemfälle im Bereich des Bankensektors und die Schwäche des US-Dollars negativ auf die Entwicklung des schwachen Konjunkturpflänzchens auswirken." Innerhalb der Industrie spielten laut Haindl-Grutsch auch Risikofaktoren im Kundenbereich - wie z.B. mangelnde Liquidität und Bonität der Kunden sowie die daraus resultierende Insolvenzgefahr von Kunden aber auch die weitere Verschiebung von Projekten eine Rolle. „Auf Unternehmensebene gefährden eine schlechte Preisentwicklung der Produkte, die sinkende Ertragslage gepaart mit härterer Konkurrenz sowie steigende Rohstoff- und Energiepreise die Konjunkturentwicklung. Dies äußert sich auch in unserer jüngsten Konjunkturumfrage", so der IV OÖ-Geschäftsführer.

 

Die Ergebnisse im Detail

Gewichtet nach den Mitarbeiterzahlen bewerteten zuletzt 19 Prozent der Betriebe ihre Geschäftslage mit „gut" (Vorquartal: 18%), 62 Prozent mit „befriedigend" (41%) und 19 Prozent mit „schlecht" (41%). Vor allem die deutliche Reduktion der Negativmeldungen ist ein sicheres Zeichen für eine weitere Stabilisierung der Konjunktur, die im zweiten Halbjahr 2009 eingesetzt hat. Analog dazu haben sich die Auftragsbestände (36% gut, 43% saisonüblich, 21% schlecht) und mit fast gleichen Werten auch die Auslandsaufträge entwickelt. Gleichzeitig wird jedoch die Produktionstätigkeit in den nächsten drei Monaten wieder vorsichtiger beurteilt: 15 Prozent der Betriebe gehen von einer steigenden Auslastung der Kapazitäten aus (Vorquartal: 14%), 51 Prozent schätzen sie gleichbleibend ein (64%) und immerhin 34 Prozent erwarten einen Rückgang (22%). Parallel dazu rechnen nur mehr sechs Prozent der Unternehmen mit steigenden Verkaufspreisen (20%), 80 Prozent gehen von gleich bleibenden (70%) und 13 Prozent von fallenden Preisen (10%) aus. Nur mehr acht Prozent der Unternehmen glauben an eine Verbesserung ihrer Ertragssituation in den nächsten sechs Monaten (25%), 84 Prozent schätzen sie gleich bleibend (62%) und acht Prozent schlechter als zuletzt (12%) ein. Damit bleibt die Ertragssituation seit dem 1. Quartal 2009 unverändert schwierig.

 

Keine Entwarnung für den Arbeitsmarkt

Diese vorsichtige Einschätzung der Zukunftsaussichten führt auch dazu, dass laut Konjunkturumfrage derzeit nur drei Prozent der Unternehmen eine Aufstockung ihres Beschäftigtenstandes planen (Vorquartal: 4%) und immerhin 28 Prozent (33%) weitere Mitarbeiter abbauen wollen. „Die großen Kapazitätsanpassungen wurden bereits im Vorjahr vorgenommen, größere Personalfreisetzungen sind derzeit nicht geplant", beruhigt Dr. Joachim Haindl-Grutsch: „Eine Erholung auf dem Arbeitsmarkt ist aber noch nicht zu erwarten. In den nächsten Monaten wird es darum gehen, möglichst viele Menschen höher zu qualifizieren, um sie wieder in den Arbeitsprozess eingliedern zu können."

 

IV OÖ, 29. Jänner 2010

 

Pressekontakt:

Industriellenvereinigung Oberösterreich / Tel. (0732) 78 19 76-0

DI Dr. Joachim Haindl-Grutsch / j.grutsch@iv-net.at



IV OÖ-GF Dr. Joachim Haindl-Grutsch
IV OÖ-GF Dr. Joachim Haindl-Grutsch




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