[ 03.12.2009 ]
Falsche Relationen
Nach einem Jahr des dramatischen Absturzes scheint sich die Industriekonjunktur
in Oberösterreich nun vorsichtig zu erholen. Obwohl sich die Geschäftslage zuletzt wieder etwas positiver darstellte, befindet sich das
Konjunkturbarometer aber weiterhin klar im Minus
Der Aufstieg aus dem Konjunkturtal, in dem wir uns derzeit befinden, verlangt weiterhin große Anstrengungen unserer Betriebe. Die wichtigste, weil nachhaltigste Maßnahme muss es sein, den Forschungsbereich weiter auszubauen. Denn gerade hier besteht durchaus noch Potenzial.
Wie eine Hochrechnung auf die Statistik-Austria-Zahlen über die Forschungsausgaben im Jahr 2007 belegt, liegt Oberösterreich als Industriebundesland Nummer eins mit einer F&E-Quote von 2,4 % immer noch unter dem Österreich-Durchschnitt von 2,5 %. Und dies, obwohl der Unternehmensanteil bei den F&E-Ausgaben in Oberösterreich mittlerweile auf 90 % angestiegen ist. Zum Vergleich: In Wien stieg die F&E-Quote bei einem Unternehmensanteil von 54 % auf 3,3 %, in der Steiermark (Unternehmensanteil: 74 %) sogar auf 4,3 %. Somit ist klar, dass der größte Aufholbedarf in Oberösterreich bei den öffentlichen F&E-Ausgaben besteht. Während lediglich 104 Mio. € aus den Forschungsbudgets des öffentlichen Sektors nach Oberösterreich fließen, wandern 383 Mio. € und damit beinahe der vierfache Betrag in die Steiermark. Wien erhält mit 1.075 Mio. € das Zehnfache von Oberösterreich, selbst nach Tirol fließen immerhin noch 266 Mio. €. Diese Benachteiligung Oberösterreichs ist eng mit dem mangelhaften Ausbau der Universitätsinfrastruktur verbunden. Die Größe des Industriestandortes steht in keiner Relation zum Hochschulangebot in OÖ. Der Uniausbau und auch die Weiterentwicklung der Fachhochschulen bleiben somit ganz oben auf der IV-OÖ-Agenda.
Doch auch in den Betrieben besteht durchaus noch Potenzial zur Steigerung der Forschungsausgaben. In absoluten Zahlen gemessen liegt Oberösterreich mit 981 Mio. € hinter Wien (1.272 Mio. €) und der Steiermark (1.077 Mio. €) lediglich auf dem dritten Platz. Auch wenn hierfür gute Gründe - etwa die unterschiedliche Branchenstruktur - angeführt werden können, so sollte das Industriebundesland Nummer eins auch bei den F&E-Ausgaben an der Spitze liegen. Das Land Oberösterreich wird zusätzliche Anreize setzen müssen, damit wir diesem Ziel näher rücken.