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[ 11.11.2009 ]

Neue Spielregeln

Krise - Wie stellen sich Betriebe unter den krisenbedingt neuen Rahmenbedingungen auf? Und welche Reaktionen ergeben sich für das Management? Ein Treffpunkt Industrie lieferte die Antworten.

Der neue Powertower der Energie AG war nicht nur aufgrund seines Ambientes, sondern auch dank seines Namens ein würdiger Rahmen für den jüngsten Treffpunkt Industrie. Denn zahlreiche Führungskräfte der oberösterreichischen Industrie suchten dort einen Abend lang Antworten auf die Frage, wie die bestehende Management-Power eingesetzt werden sollte, um den schnellsten Weg aus der internationalen Finanz- und Wirtschaftskrise zu finden. „Es gilt jetzt, auf die neuen Spielregeln zu reagieren, um bereits auf dem Weg zu sein, wenn sich die anderen zum Massenstart aufstellen", umriss Hausherr Dr. Leo Windtner, Generaldirektor der Energie AG, das Thema des Abends. „Früher blickte man auf das Wachstum, auf neue Geschäftsfelder - heute müssen sich die Manager mit Themen wie Kurzarbeit oder Mitarbeiter-Stiftungen auseinandersetzen. Dennoch müssen wir jetzt schon an die Zeit nach der Krise denken", verfeinerte IV-OÖ-Vizepräsident Dr. Peter Neumann die Aufgabenstellung.

 

Weitere Herausforderungen

Wie schwierig die Zeiten geworden sind, untermauerten auch die aktuellen Kennzahlen, die IV-OÖ-Geschäftsführer Dr. Joachim Haindl-Grutsch präsentierte: „Heuer ging rund ein Viertel der gesamtösterreichischen Exporte verloren; unser BIP wird um etwa 3,5 bis 4 % zurückgehen." Auch wenn die Talsohle erreicht zu sein scheint, sei mit weiteren Herausforderungen zu rechnen: „Die öffentlichen Budgets kommen unter Druck, 2011 wird der Zinsendienst für die österreichische Staatsverschuldung von 7 auf 11 Mrd. € ansteigen", so Haindl-Grutsch.

 

Stabilität und Flexibilität

Umso mehr seien die Managementfähigkeiten der Führungskräfte gefordert, meinte Dr. Martin Hagleitner vom Malik-Management Zen-trum St. Gallen. Er verdeutlichte die Zusammenhänge, die zum internationalen Wirtschaftskollaps geführt haben, und erklärte, dass je nach Branche und Unternehmenssituation unterschiedlich darauf reagiert werden müsse: „Nun ist es entscheidend, alle Entscheidungen - auch wenn sie erst vor zwei Jahren getroffen wurden - zu hinterfragen und an die geänderten Spielregeln anzupassen." Wie bei der BMW Group dieser Prozess seit Jahren umgesetzt wird, erläuterte DI (FH) Gerhard Wölfel, der seit 1. Juni die Geschicke der BMW Motoren GmbH in Steyr leitet: „Der Marktdynamik und Diskontinuität begegnet man am besten mit Stabilität und Flexibilität. Die Grundwerte eines Unternehmens sorgen für die Stabilität, gleichzeitig braucht es Flexibilität im Denken, in der Kommunikation und in der Produktion, um sich an die Marktveränderungen anpassen zu können." Bei BMW seien Mitarbeiter nicht nur Kostenfaktor, sondern auch Leistungsfaktor, so Wölfel: „Auf dem Fundament der eigenen Grundüberzeugungen versuchen wir die Zukunft aktiv zu gestalten. So erreichen wir Wachstum, Profitabilität und letztlich auch den entscheidenden Wettbewerbsvorteil, der uns dem eigenen Zukunftsbild näherbringt."



Mag. Gotthard Mayringer (Engel), Ing. Johann Spreitzer
Mag. Gotthard Mayringer (Engel), Ing. Johann Spreitzer

Horst Felbermayr (Felbermayr) KR Ing. Friedrich Siegfried Fehrer (P.S. Fehrer), Ehrenpräsident Dr. Christian Beurle
DI (FH) Gerhard Wölfel (BMW Motoren) VDir. KR Ing. Dr. Johann Grünberger (OÖ. Ferngas), Dr. Helmut Mayr (Allgemeine Sparkasse OÖ)
V. l. n. r.: GD Dr. Leo Windtner (Energie AG), GF DI (FH) Gerhard Wölfel (BMW Motoren), Dr. Martin Hagleitner, MBA (Malik-Management Zentrum St. Gallen), Dr. Peter Neumann (Vizepräsident der IV OÖ), IV OÖ-GF DI Dr. Joachim Haindl-Grutsch Dr. Peter Neumann (Vizepräsident der IV OÖ)



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