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[ 23.07.2009 ]
Konjunkturumfrage der IV OÖ über das 2. Quartal 2009:Der Tiefpunkt für Oberösterreichs Industriekonjunktur scheint erreicht; verhaltener Optimismus wird spürbar IV OÖ-GF Haindl-Grutsch: Ist-Werte unverändert negativ, Konjunktur stabilisiert sich auf niedrigstem Niveau – Zukunftsgerichtete Indikatoren lassen auf leichte Erholung hoffen – Vorerst kein weiterer größerer Einbruch bei der Industriebeschäftigung in SichtErstmals seit Ausbruch der internationalen Finanz- und Wirtschaftskrise wird in der oberösterreichischen Industrie wieder verhaltener Optimismus spürbar. Laut Konjunkturumfrage der Industriellenvereinigung Oberösterreich (IV OÖ) über das 2. Quartal 2009 (106 Firmen mit insgesamt 100.285 Beschäftigten) befinden sich zwar alle Ist-Werte auf niedrigstem Niveau, sie scheinen sich dort mittlerweile aber stabilisiert zu haben. Bei der aktuellen Geschäftslage beträgt der Saldo aus den nach Mitarbeiterzahlen gewichteten Positiv- und Negativmeldungen weiterhin -52 Prozent (1. Quartal: -59 %), beim Auftragsbestand (-41 %) und den Auslandsaufträgen (-46 Prozent) werden geringfügige Verbesserungen seit dem ersten Quartal des laufenden Jahres gemeldet. Von einer Erholung der Industriekonjunktur sei man damit laut IV OÖ-Geschäftsführer Dr. Joachim Haindl-Grutsch noch meilenweit entfernt, zumindest die Bodenbildung dürfte aber unmittelbar bevorstehen: „Im Gegensatz zu den Ist-Werten haben sich die zukunftsgerichteten Indikatoren verbessert. Dies ist ein Anzeichen dafür, dass der rasante Fall gestoppt und eine Stabilisierung auf tiefem Niveau derzeit stattfindet." Schwarz/Weiß-Situation in Oberösterreichs Industrie Eine zur Konjunkturumfrage ergänzend durchgeführte, top-aktuelle Blitzumfrage der IV OÖ unter Beteiligung von 140 Mitgliedsbetrieben konkretisiert die Situation der oberösterreichischen Industrie weiter: Etwa die Hälfte der Betriebe gibt darin an, stark bis sehr stark von der Krise betroffen zu sein, die andere Hälfte fühlt sich hingegen nur gering bis gar nicht betroffen. Gleichzeitig gibt es Branchen, die den Tiefpunkt bereits erreicht oder sogar überwunden haben, während anderswo die Fallgeschwindigkeit erst zunimmt. „Auffallend ist, dass viele internationale ‚Leuchttürme' der oberösterreichischen Industrie zu den stark und zu den ersten Betroffenen zählen", so Haindl-Grutsch. Neben dem automotiven, dem Kunststoff- und dem gesamten Metallbereich zähle auch die Textilindustrie, die Chemie- und die Papierindustrie sowie mit einer starken Streuung auch der Maschinenbau zu den Branchen mit den stärksten Auswirkungen. Weitere große Beschäftigungseinbrüche vorerst unwahrscheinlich Trotz dieses indifferenten Bildes scheint sich zumindest der Beschäftigtenstand in den Industriebetrieben langsam zu stabilisieren: sofern keine weitere Verschlechterung der internationalen Rahmenbedingungen eintritt, sind auch seitens der Industriebeschäftigung in Oberösterreich vorerst keine weiteren großen Einbrüche mehr zu erwarten. Laut Blitzumfrage gaben 62 Prozent der befragten Betriebe an, unter den aktuellen Bedingungen keinen oder keinen weiteren Personalabbau zu planen. Weitere 16 Prozent sehen sich nur dann zu einem weiteren Personalabbau gezwungen, wenn sich keine Konjunkturerholung abzeichnet, 22 Prozent gaben an, weitere Anpassungen zu planen. Größere Personalaufstockungen sind zwar nirgendwo in Sicht, andererseits finden aber viele Betriebe beim Personalabbau in der Zwischenzeit mit dem natürlichen Abgang das Auslangen. „Dies bestätigt auch die aktuelle Konjunkturumfrage, wonach der Beschäftigtenstand in drei Monaten von 16 Prozent der Unternehmen (gewichtet nach Mitarbeiterzahlen) als steigend, von 67 Prozent als gleichbleibend und von 17 Prozent als abnehmend eingeschätzt wird. „In vielen Betrieben wurden notwendige Kapazitätsanpassungen bereits vollzogen", so Haindl-Grutsch. Die teilweise Stabilisierung der Beschäftigtenzahlen betreffe allerdings nur die Industrie und gebe keine Auskünfte über die Arbeitsmarktsituation in anderen Sektoren oder über die anstehende Saisonarbeitslosigkeit im kommenden Winter. Kurzarbeit bleibt wichtig, Anpassungen sind notwendig Die Kurzarbeit als Instrument zur Erhaltung von Arbeitsplätzen behält weiterhin in zahlreichen Leitbetrieben große Bedeutung; somit gilt es, die Rahmenbedingungen noch weiter zu verbessern. Die Bundesregierung hat auf die Forderungen der Industrie rasch reagiert und per 1. Juli die Regelung der Sozialversicherungsbeiträge geändert und die Höchstdauer auf 24 Monate angehoben. „Nun gilt es, die noch offenen Fragen der Behaltefristen, des Überstundenverbots und des Leasingkräfte-Verbots auf Sozialpartnerebene möglichst rasch zu regeln", so Dr. Joachim Haindl-Grutsch abschließend. IV OÖ, 23. Juli 2009
Pressekontakt: Industriellenvereinigung Oberösterreich / Tel. (0732) 78 19 76-0 DI Dr. Joachim Haindl-Grutsch / j.grutsch@iv-net.at |
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