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29.10.2008

Zeit der Kreativen

IV OÖ: Gerade jetzt mit Kreativität an Schlagkraft gewinnen und OÖ als kreatives Kraftzentrum etablieren! IV OÖ-Präsident Pöttinger: Kreativität ist Voraussetzung für jede Veränderung und wird zum wichtigen Standortfaktor – Wachstum und Wohlstand sind eng mit der Fähigkeit einer Region verbunden, das kreative Potenzial ihrer Menschen zu nützen – Konjunktureller Wettersturz erfordert schnelles Reagieren mit Augenmaß und Übersicht

Kreativität wird weltweit immer mehr zum bestimmenden Standortfaktor: Aus Sicht der Industrie werden in Zukunft jene Regionen erfolgreich sein, in denen das Kreativpotenzial der Menschen besser genützt wird. „Dort, wo die verschiedenen Disziplinen ineinander greifen, entsteht Innovation", erklärt Dipl.-Ing. Klaus Pöttinger, Präsident der Industriellenvereinigung Oberösterreich (IV OÖ): „Aus der Vernetzung der Kreativität beispielsweise von Ingenieuren, Designern oder Künstlern entsteht neues Wissen; das interdisziplinäre Denken gewinnt stark an Bedeutung."

 

Schwieriges konjunkturelles Umfeld

Die konjunkturelle Wetterlage hat sich auch in Oberösterreich deutlich verschlechtert. Obwohl die Konjunkturumfrage für das 3. Quartal 2008, an der 102 Firmen mit insgesamt 105.636 Beschäftigten teilgenommen haben, die letzten weltwirtschaftlichen Turbulenzen noch nicht berücksichtigt, zeigt sich eine deutliche Verschlechterung der Lage. Vor allem die Erwartungskomponente für die Geschäftslage in 6 Monaten hat sich im Saldo von +5 auf -51 drastisch verschlechtert. „Wir stellen uns auf eine weit bis in das Jahr 2009 hinein andauernde realwirtschaftliche Schwächephase ein", betont Pöttinger. „Die oberösterreichische Industrie ist hervorragend aufgestellt, um diese weltwirtschaftlich schwierige Phase erfolgreich zu bewältigen und gestärkt hervor zu gehen. Unser Erfolg basiert auf dem festen Fundament innovativer Produkte und Dienstleistungen - jetzt ist die Zeit, noch mehr auf die Kreativität unserer Mitarbeiter zu setzen und den Anpassungs- und Verbesserungsprozess weiter zu beschleunigen!"

Die IV OÖ hat sich zum Ziel gesetzt, den Faktor Kreativität zu fördern und Kreativität in seiner umfassenden Bedeutung zu einer Kernkompetenz des Industriestandortes Oberösterreich zu machen. Dazu müssen zwei Ebenen berücksichtigt und vernetzt werden: „Einerseits muss auf regionaler Ebene ein kreatives Milieu gefördert werden, andererseits gilt es, auf betrieblicher Ebene das Kreativitätspotenzial der Mitarbeiter verstärkt zu nützen", weiß IV OÖ-Geschäftsführer Dr. Joachim Haindl-Grutsch. Deshalb würden auch beide Ebenen bei der heutigen Industriekonferenz „Zeit der Kreativen" im Linzer Kunstmuseum Lentos (14.00 bis 20.30 Uhr) behandelt und von internationalen Experten diskutiert.


Brückenschlag zwischen den Sektoren notwendig
Gerade am Standort Oberösterreich sei sehr viel kreatives Potenzial vorhanden; das zeige laut Haindl-Grutsch der auf vielen Innovationen basierende, weltweite Erfolg der heimischen Industrie wie auch die internationale Beachtung der hiesigen Kunstszene - insbesondere der Ars Electronica - und nicht zuletzt die Erfolge der hier ansässigen Kreativwirtschaft. „Den Brückenschlag zwischen diesen drei Sektoren muss uns in Zukunft noch besser gelingen. Die Zusammenarbeit der relevanten Akteure zu intensivieren ist ein echter Erfolgsfaktor für den Standort Oberösterreich in den nächsten Jahren", so der IV OÖ-Geschäftsführer. Die Positionierung des Landes Oberösterreich als kreatives Kraftzentrum sei auch deshalb so wichtig, weil kreative Menschen sich in Regionen mit kreativem Milieu „clustern". Hier seien Hauptstädte wie Wien, Paris oder London naturgemäß im Vorteil, jedoch gebe es auch den „Second-City-Effekt", wie die Beispiele Barcelona oder Basel zeigen, und den auch Linz für sich nützen könne. Notwendig seien die Schaffung einer weltoffenen Grundeinstellung der hier lebenden Menschen, offene Arbeitsmärkte für hochqualifizierte Personen, ein internationales Ausbildungsangebot, international vernetzte Universitäten und Fachhochschulen und ein entsprechendes Image durch verstärkte internationale Kommunikationsmaßnahmen des Landes Oberösterreich und der Stadt Linz. „Ein moderner, zukunftsorientierter Industriestandort ohne eigene Rohstoffe zeichnet sich neben den „Hard Facts" wie Infrastruktur, Steuergesetzgebung oder Energieversorgung vor allem dadurch aus, internationale Spitzenkräfte zu gewinnen und das vor Ort konzentrierte kreative Potenzial der Experten bestmöglich zu nutzen," betont Haindl-Grutsch.

Kreativität ->  Ideen ->  Innovation -> Wachstum -> Wohlstand

Neben der Etablierung eines kreativitätsfördernden Umfeldes auf regionaler Ebene gelte es, verstärkt die Kreativität der Mitarbeiter zu fördern und deren Potenziale zu heben, wie IV OÖ-Präsident Dipl-Ing. Klaus Pöttinger erklärt: „Auch hierfür müssen zuerst die Voraussetzungen geschaffen werden. Nur wenn die Ideen der Mitarbeiter auf ein Umfeld treffen, das diese Ideen schätzt, fördert und weiter entwickelt, werden die Mitarbeiter ihre Kreativität ausleben und kann es in weiterer Folge zu positiven Veränderungen kommen." Für Pöttinger ist vor allem die Erkenntnis wichtig, dass etwa die Hälfte aller Verbesserungen und Innovationen aufgrund großer Durchbrüche ermöglicht wird, während die andere Hälfte auf vielen kleinen Ideen und Vorschlägen basiert. „Somit liegt es zu einem Gutteil an den Betrieben und Organisationen, diese Ideen zu nützen und daraus wirtschaftliche Vorteile zu generieren. Dabei geht es aber nicht immer um das Realisieren von Einsparungspotenzialen oder um das Maximieren des Gewinnes, sondern einfach darum, Leistungen effektiver gestalten und gleichzeitig billig halten zu können."

Am Anfang dieses Prozesses liege laut Pöttinger die Wertschätzung der Führungskräfte für die vielen kleinen Ideen, die von den Mitarbeitern kommen. „Auch die kleine Veränderungsleistung muss etwas wert sein. Leider verstehen manche Manager immer noch jeden Vorschlag als Schlag, anstatt ihn anzunehmen, die Idee dahinter zu sehen und ihn entsprechend wertzuschätzen", so der IV OÖ-Präsident. Erhielten die Mitarbeiter hingegen den Freiraum, ihre Kreativität auszuleben und aus ihren Ideen Veränderungen werden zu lassen, so führten diese Veränderungen schließlich zu Innovationen und in letzter Konsequenz zu mehr Wachstum und damit Wohlstand: „Zwar bedeutet nicht jede Veränderung auch eine Verbesserung, aber jede Verbesserung erfordert eine Veränderung", sagt Pöttinger.

Deshalb wünscht Pöttinger auch dem gesamten Bereich der öffentlichen Verwaltung ein gehöriges Maß an Kreativität und ein Umfeld, in dem nicht nur die großen, sondern auch die kleinen Ideen gewürdigt werden. „Auch im öffentlichen Bereich besteht durchaus Potenzial, die Kreativität der Bediensteten zu fördern und damit Schritt für Schritt Verbesserungen in der Verwaltung herbeizuführen, um diese noch effizienter zu gestalten", meint der IV OÖ-Präsident. Das gelte insbesondere auch für das Gesundheitswesen, das traditionell Veränderungen gegenüber nur wenig aufgeschlossen sei. „Wer glaubt, dass Einsparungen nur durch Verschlechterungen der Qualität oder durch Kürzungen von Leistungen erzielt werden können, irrt, wie die Industrie täglich unter Beweis stellt."

Dieses Prinzip - Leistungsverbesserung in jedweder Form bei gleichzeitiger Minimierung der Kosten - müsse für jeden Bereich Gültigkeit besitzen und habe Kreativität in weiterem Sinn zur Grundlage. Diese Kreativität zu fördern und in das Bewusstsein der Oberösterreicher zu rücken, ist ein Ziel der Industriellenvereinigung Oberösterreich und der heute stattfindenden Industriekonferenz „Zeit der Kreativen". „Aus gleichem Grund haben wir beispielsweise auch den österreichischen Verwaltungspreis oder den Mechatronikpreis MEC ins Leben gerufen. Wir wollen jene Menschen vor den Vorhang holen, die durch ihre Kreativität und mit ihren Ideen zu Verbesserungen beitragen", erklärt Dipl.-Ing. Klaus Pöttinger.

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Rückfragehinweis:
Industriellenvereinigung Oberösterreich Dipl.-Ing. Dr. Joachim Haindl-Grutsch, j.grutsch@iv-net.at Tel. (0732) 781 976-0


Fotos
IV OÖ-Präsident DI Klaus Pöttinger (re) und IV OÖ-Geschäftsführer Dr. Joachim Haindl-Grutsch
IV OÖ-Präsident DI Klaus Pöttinger (re) und IV OÖ-Geschäftsführer Dr. Joachim Haindl-Grutsch